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  Übersicht Mein Weg zum maßstäblichen Gleisbau  
Weichengarten Seit etwa zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit dem Gleis- und Weichenbau. Anfänglich jedoch nur unter der Prämisse, dass von den einschlägigen Modellbahnherstellern zu erwerbende Material so aufzubereiten, damit es meinen Ansprüchen genügt.

Wie es aber mit den Ansprüchen so ist, sie wachsen....

Als Roco mit seinem neuen, und für die damaligen Verhältnisse sehr vorbildnahem Gleissystem Roco-Line auf dem Markt auftauchte, war ich begeistert. Erst später, als ich meine ersten Erfahrungen im FREMO und ich mich mit dem umrüsten von Loks und Wagen auf Rp 25 beschäftigte, kam die Ernüchterung. Diese Erfahrung hatte letztlich zur Folge, dass ich meinen Schattenbahnhof komplett von Roco-Line auf Peco finescale Gleise umgerüstet und die dazugehörigen Weichen dann auch gleich selbst gebaut habe.

Aber der Reihe nach:
 
Michelstadt Roco Meine Definition von Vorbildgerecht lautet:

Einen vorbildgerechten Eindruck erhält man dann, wenn das Auge die Wechselwirkung von Modellfahrzeug, Modellgleis und Landschaft als Stimmig erscheinen lässt.

Das streben nach diesem Ziel führte zunächst dahin, die Roco-Line Weichen optisch und technisch zu verbessern, und selbige mit neuen Herzstücken zu versehen. Roco-Line Weichen haben ein so genanntes Auflaufherzstück. Das heißt: Die Radsätze der Loks und Waggons laufen mit ihren Spurkränzen am Boden in der Herzstücklücke auf. Diese Herzstücklücke ist auf die Roco Radsätze mit 1,2 mm hohen Spurkränzen eingestellt. Das wiederum hat zur Folge, dass Radsätze mit anderen eingestellten Höhen im Spurkranz als 1,2 mm entweder hochgehoben werden oder in die Lücke eintauchen. Dies ist nicht nur unschön beim Betrachten sondern auch problematisch in der Betriebssicherheit.
 
Austauschherzstück Ich überlegte also, wie sich dieser Schwachpunkt beseitigen ließ. Nach etlichen Versuchen gelang es mir dann in einer von einem befreundeten Graveur gefrästen Lötlehre aus Messing, recht gute Ergebnisse zu erzielen. Später fertigte ich diese Austauschherzstücke aus "Recyclingmaterial" meines Schattenbahnhofs in gelaserten Edelstahlschablonen. Die Spitzen fräste ich in speziellen Aluminiumladen und das verlöten erfolgte unter Zuhilfenahme eines geätzten Einlegeblechs. Mittlerweile gibt es diese Herzstücke als Gussbauteile in Neusilber.

Der Austausch eines Herzstückes geht recht zügig und ohne großartige Beschädigungen an der Weiche vonstatten. Die drei nebenstehenden Fotos geben einen ersten Eindruck und eine kleine Umbauanleitung (1 MB, PDF) zeigt wie es geht.

Schon bevor ich die Herzstücke für die Roco-Weichen entwickelte, beschäftigte ich mich mit dem Gleis- und Weichenbau im Maßstab 1:1. Ich stiefelte über Gleisanlagen und machte dabei allerlei Fotos.
 
Zeichnung Eine glückliche Fügung bei der FREMO-Weihnachtsfeier im Jahre 2000 bescherte mir die Bekanntschaft mit einem Bauingenieur für den Bahnbau. Bei einigen Besuchen in seinem Büro, gab er mir die Möglichkeit, Vorbildunterlagen und Vorbildinformationen einzusehen und Kopien zu erhalten. Die anknüpfenden Gespräche sowie bei der Staatsbibliothek ausgeliehene Bücher und Zeichnungen animierten mich dieses Wissen zu vertiefen.

Dabei herausgekommen ist neben einer bisher recht ansehnlichen und in Zukunft weiter wachsenden Anzahl von selbst erstellten Zeichnungen von Vorbild-Weichen auch eine schriftliche Zusammenfassung der wichtigsten Vorbildinformationen zum Gleis- und Weichenbau.

Natürlich ließ mich der Wunsch nicht los, solche Weichen auch im Modell nachzubilden. Mit dem Erscheinen der „Hp1-Eisenbahnmodellbau Heute“ von Willy Kosak und dem darin beschriebenen Bau einer S49-190 m Weiche aus Echtholzschwellen und Kleineisen aus Messingguss, begann bei mir ein kurzer Exkurs in Richtung H0pur©.
 
Tackerklammerweiche Die Kosten von damals etwa 400,- D-Mark pro Weiche brachten mich jedoch alsbald wieder auf den Boden der Tatsachen. Es folgte auch ein stückweit Ernüchterung, als ich das erste mal die Kosak´schen Bauteile beisammen hatte und meine Möglichkeiten für den Einsatz beim FREMO und den FREMO:87 Modultreffen überdachte. Einige Versuche mit geprägten Kleineisen aus Polysterol und Abgüssen in Kunstharz unter Vakuum brachten im Weiteren auch nicht das erhoffte Ergebnis.

Ein kleiner Nebensatz im Kommentar eines FREMO-Kollegen im Zusammenhang mit meinen geprägten Polysterol-Kleineisen brachte mich auf den Gedanken, es mal mit dem Ätzen zu versuchen. Die Anleitung hierfür fand ich wieder im Hp1 von Herrn Kosak. Dort gab es eine Abhandlung von Winfried Schmitz-Esser über das Ätzen. Ich setzte mich sodann mit Herrn Saemann von Saemann-Ätztechnik in Verbindung und hatte schon bald alle Vorgaben beisammen wie z.B. eine Datei zur Filmbelichtung auszusehen hatte. Jetzt konnte ich mich an die Konstruktion der benötigten Gleisbauteile aus Metall machen.
 
  Michelstadt neu Das Auftauchen von Harald Brosch in unserer Hamburger FREMO-Fraktion brachte dann auch einen Durchbruch bei der für mich bis dahin ungelösten Problematik der Herstellung von Schwellenrosten. Harald ließ mir auf Grundlage von Dateien, die ich erstellte, einige Schwellenroste aus 2 mm starkem Sperrholz lasern. Bei der späteren Weiterentwicklung und Umsetzung dieser Ideen stand mir neben Harald vor allen Dingen auch Kai Brenneis hilfreich zur Seite.

Eine Anfrage von Willy Kosak in Bezug auf die Erstellung von Dateien für die Schwellenroste seines H0pur© Gleis- und Weichenbauprogramms, entfachte auch bei mir eine gewisse Dynamik, meine eigenen Überlegungen voran zu treiben. Durch diesen Impuls entstanden über einen längeren Zeitraum neben einer ganzen Reihe von Zeichnungen auch die Konstruktionen und Fertigungstechniken meiner Selbstbauweichen und -gleise mit aus Neusilber geätzten Bauteilen. Aus diesen Bauteilen entstand dann auch die neue Einfahrt von Michelstadt.
 
  Letzte Änderung: 10. Oktober 2015 ©2006 - 2016 Michael Weinert  
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